Erfolgsgeschichten von Start-ups begeistern uns alle. Der Tourismus etablierter Unternehmen ins Silicon Valley hält an. Doch was können Traditionsunternehmen von Start-ups wirklich lernen?

HOHE INOVATIONSKRAFT

Zunächst einmal sind Start-ups keine kleinen Ausgaben großer Unternehmen. Start-ups sind neu gegründete Unternehmen mit einer innovativen Geschäftsidee, einem neuen Produkt oder einer neuen Dienstleistung. Sie werden getrieben durch den Gründer oder ein kleines Gründungsteam. Startups sind zwar in der ersten Unternehmenslebensphase, aber nicht das, sondern die hohe Innovationskraft definiert das Start-up. Niemand würde den neuen Getränkemarkt um die Ecke als Start-up bezeichnen.

KEINE ANGST VOR NEUEM

Neue Ideen müssen in Großunternehmen viele Hürden und Entscheidungsrunden überstehen. Traditionell überwiegt die Skepsis vor Ungewohntem und das Risiko wird oft so lange abgewogen, bis die neue Idee tot ist. Start-ups werden durch die Chancen, die hinter ihrer Innovation liegen erst angetrieben. Der Optimismus Neuem gegenüber ist ihr Motor.

VERSUCH UND IRRTUM

Start-ups gehen mit Tatkraft ans Werk. Da sie gar nicht über die Organisationsstrukturen für lange Analysen verfügen, müssen sie durch Ausprobieren und Verändern lernen. Versuch und Irrtum bestimmen ihre Fehlerkultur. Sie sind das Paradebeispiel einer schnell lernenden Organisation. In etablierten Unternehmen hingegen überwiegt oft die Angst vor dem Scheitern. Der Ruf des Unternehmens steht auf dem Spiel, Manager und Mitarbeiter haben Angst um Ihre Karriere. Eine Befragung des Bundesverbandes Deutsche Startups ergab sogar, dass zwei von drei Gründern wieder ein Unternehmen starten würden, sollten sie mit dem jetzigen Start-up Schiffbruch erleiden. Lediglich ein Fünftel würde wieder im Angestelltenverhältnis arbeiten. Scheitern wird also als ein möglicher natürlicher Entwicklungsschritt aufgefasst.

NÄHE ZUM KUNDEN

In Start-ups werden Fehler als Chance gesehen, das Produkt zu verbessern. Deshalb ist die Nähe zum Kunden extrem wichtig. Viele Start-ups etablieren, zum Beispiel über Social Media, einen Feedbackprozess mit dem End User. Kunden werden bewusst aufgefordert, bereits Prototypen zu bewerten und Verbesserungsvorschläge zu diskutieren.

Dahingegen ist in vielen Traditionsunternehmen der Kontakt zum Kunden oft auf spezielle Bereiche, wie den Vertrieb, beschränkt. Zusätzlich verpflichtet die gewachsene Marke erst nahezu fehlerfreie Produkte auf den Markt zu bringen. Das gilt besonders für traditionelle deutsche Produkte bei denen man „Made in Germany“ mit höchster Qualität und ausgereiften Standards verbindet. Anders verhält es sich im Software Umfeld für das das Silicon Valley steht. Hier hat sich der Verbraucher schon an Beta Versionen gewöhnt. Neue Updates werden als Innovation gefeiert und nicht mit den Mängeln der Vorgängerversion negativ belastet.

AGILE STRUKTUREN

Natürlich profitieren Start-ups auch davon, dass sie noch klein sind. Laut Deutschem Startup Monitor 2018, indem über 1500 Startups befragt wurden, beschäftigen Start-ups im Mittel 12,3 Personen. Abstimmungsprozesse sind somit rasch möglich, Entscheidungen können schneller getroffen und umgesetzt werden. Das Silodenken und Abschottungsversuche unterschiedlicher Abteilungen, in vielen Großbetrieben Alltag, ist somit nicht existent.

Wollen etablierte Unternehmen von Start-ups profitieren, geht es nicht darum den Anzug gegen Jeans zu tauschen. Wichtig ist den Start-up Spirit, meist in ausgelagerten kleinen Teams, zum Leben zu erwecken und am Laufen zu halten.

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