Stellenanzeigen in Zeitungen sind sehr selten geworden. Zumeist erfolgen die Ausschreibungen über digitale Plattformen wie Monster, LinkedIn und viele andere Stellenportale.

Auch die Bewerbungen werden generell als Email verschickt oder gleich in Portale hochgeladen. Die gute alte Bewerbungsmappe, die mit der Post verschickt wurde, hat längst ausgedient.

 

BEWERBUNGSGESPRÄCH IM UNTERNEHMEN

Doch welche Möglichkeiten kommen während Personalauswahlverfahren in Unternehmen zum Einsatz?  Diese Frage wurde im Auftrag des Digitalverband Bitkom an 855 Personalverantwortliche gerichtet. Unternehmen in Deutschland ab einer Größe von drei Mitarbeitern nahmen an der Umfrage teil. Dabei zeigte sich, dass Bewerbungsgespräche über Video oder Telefon noch immer die Ausnahme sind. Klassischerweise wird, wer durch seine Unterlagen überzeugt, zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch im Unternehmen eingeladen. Damit hat sich in dieser Beziehung an der Durchführung des Auswahlverfahrens in den letzten Jahrzehnten nichts geändert.

 

INTERVIEW ÜBER VIDEO?

So geben 9 von 10 Personalern an, das Bewerbungsgespräch immer vor Ort durchzuführen. Nur 6% der Befragten führen immer ein Bewerbungsgespräch per Telefon mit dem Kandidaten. Noch wesentlich seltener kommen Videogespräche zum Einsatz. Nur 1 % der Personalverantwortlichen führt ein Auswahlgespräche per Medien wie Skype oder Facetime durch. Obwohl Videogespräche sowohl Kandidaten als auch Unternehmen, über den Schriftverkehr hinaus, die Möglichkeit bieten sich rasch ein genaueres Bild von seinem Gegenüber zu machen, kommen diese so gut wie nicht zum Einsatz. Besonders im Hinblick auf jüngere Bewerber ist dies erstaunlich, zumal für diese Zielgruppe Videogespräche inzwischen selbstverständlich sind. Eher dürften wohl viele Personalentscheider mit dem Einsatz moderner Techniken noch nicht genügend vertraut sein. Abhilfe könnte ein technisch bestens ausgestatteter Raum schaffen, der den Personalern zur Verfügung steht, ohne dass sie jedes Mal wieder die komplette Technik neu installieren müssen.

 

TESTS VOR ORT

Zusätzlich zu den im Unternehmen geführten Interviews sind auch vor Ort durchgeführte Tests sehr beliebt. Über 50 % der Personalverantwortlichen setzen sie regelmäßig ein. Dagegen nutzen nur 16% der Unternehmen online basierte Auswahltests. Assessment-Center werden sogar lediglich von 2% der Unternehmen regelmäßig durchgeführt. Damit haben diese aufwendigen Auswahlverfahren eher Seltenheitswert. Das dürfte wohl auch daran liegen, dass sie im Unternehmen viel Personalkapazität binden und für den Kandidaten einen erhöhten Zeitaufwand bedeuten.

 

GRÖßERE UNTERNEHMEN SIND DIGITALER

Generell lässt sich feststellen, dass größere Unternehmen häufiger über digitale Medien mit den Kandidaten kommunizieren. In Unternehmen mit über 200 Mitarbeitern kommen in über 40% der Bewerbungsprozesse Online-Testverfahren zum Einsatz. Über 20% dieser Unternehmen führen mit den Bewerbern Telefoninterviews und rund 17 % nutzen Videogespräche im Prozess der Personalauswahl. Kleinere Unternehmen profitieren bisher kaum von der Möglichkeit auf diesem Weg Zeit und Geld bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter zu sparen.

 

GENERATIONSFRAGE

Es hat den Anschein, dass die Mehrheit der Personalentscheider noch immer dem persönlich vor Ort geführten Gespräch die größte Aussagekraft zumisst. Vermutlich ist dies jedoch auch eine Generationsfrage. So werden die Bewerbungsgespräche per Video wohl erst mit den Personalentscheidern Einzug halten, die Skype und Facebook auch ganz selbstverständlich in ihrer Freizeit nutzen.

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