Ein Dankschreiben nach dem Bewerbungsgespräch ist nicht unbedingt üblich. Gerade deshalb können Sie damit noch punkten. Allerdings gibt es einiges zu beachten.

 

DANKSCHREIBEN, JA ODER NEIN?

Zunächst einmal sollten Sie auf ihr Bauchgefühl hören. Sind Sie der Typ für ein Dankschreiben? Oder empfinden Sie so ein Schreiben eher als Anbiederung? Ist das Bewerbungsgespräch so gelaufen, dass Sie sich ehrlich bei Ihrem Gesprächspartner dafür bedanken möchten?  Oder gab es vielleicht den einen oder anderen Punkt, den Sie mit einem Dankschreiben noch hervorheben oder korrigieren möchten? Ist Ihnen nachträglich aufgefallen, dass eine Ihrer Stärken gar nicht zur Sprache kam? Und das, obwohl sie für die ausgeschriebene Stelle von enormer Bedeutung sein könnte. Oder waren Sie auf eine wichtige Frage nicht vorbereitet? Haben Sie einen wesentlichen Punkt nur sehr zögerlich oder vage beantwortet? All das können Aspekte sein, die Sie in einem Dankschreiben noch einmal geraderücken können.

 

UNTERSTÜTZENDE MAßNAHME

Mit einem gelungenen Dankschreiben können Sie sich von der Menge abheben und sich gezielt nochmal in Erinnerung bringen. Natürlich ist das keine Voraussetzung, um einen begehrten Job zu ergattern. Ebenso erhöht das Dankschreiben Ihre Jobaussichten nur, wenn das Bewerbungsinterview grundsätzlich gut lief. Vielleicht kommen Sie beim Überlegen was Sie schreiben können auch zum Ergebnis, dass Sie die Stelle nicht annehmen sollten. Diese Einsicht ist immerhin auch ein Gewinn für Sie.

 

KURZ UND INDIVIDUELL

Länger als 2 bis 3 Tage sollten Sie mit Ihrem Schreiben nicht warten. Ein Dankschreiben sollte kurz, prägnant und individuell sein. Der eigentliche Text sollte eine halbe Briefseite nicht überschreiten. Sie müssen sich also kurz fassen. Schon der erste Satz sollte Ihren Dank ganz klar zum Ausdruck bringen: für das Gespräch und die Zeit, die man sich für Sie genommen hat. Am besten gehen Sie dann auf einen konkreten Aspekt des Gesprächs ein. Das kann ein informativer Rundgang durch die Firma gewesen sein oder Sie heben hervor, dass Sie sich besonders gefreut haben, das Team oder Ihren zukünftigen Arbeitsplatz kennen gelernt zu haben. Sie können aber auch nochmal auf eine entscheidende Frage aus dem Interview eingehen um so etwas, was Ihnen zu kurz gekommen schien, hervorzuheben. Natürlich erwähnen Sie auch kurz warum Sie der ideale Kandidat sind, ohne dabei zu übertreiben. Andernfalls erzielen Sie genau das Gegenteil und hinterlassen einen extra negativen Eindruck. Empfänger ihres Schreibens ist derjenige, der Sie zu dem Gespräch eingeladen hat, beziehungsweise derjenige, der das Gespräch hauptsächlich geführt hat.

 

BRIEF ODER MAIL?

Bleibt noch die Frage, ob Sie eine Mail oder einen Brief schreiben. Das hängt natürlich von Ihnen und dem Eindruck, den Sie von der Unternehmenskultur gewonnen haben, ab. In einem konservativen Mittelstandsunternehmen erzielt ein Brief möglicherweise einen größeren Eindruck als in einem Startup für Softwareentwicklung. Jedoch ist ein Dankschreiben eine der wenigen Gelegenheiten bei denen Sie mit einem, mit Tinte auf hochwertigem Papier, geschriebenen Brief den Eindruck positiv verstärken können.

Über einen ehrlich gemeinten Dank freut sich doch jeder. Da machen auch Personaler keine Ausnahme. Auch wenn Sie wissen, dass ihre Motivation der Wunsch ist, die ausgeschriebene Stelle zu bekommen, kann diese Geste Ihnen möglicherweise den entscheidenden Vorteil bringen.

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